Kurz vorweg: Erlaubt sind höchstens 25 % Restfeuchte, gut sind 15 bis 20 %. Gemessen wird an einer frisch gespaltenen Fläche in der Mitte des Scheits, nie außen. Hartholz braucht dafür rund zwei Jahre, Weichholz eines — gespalten, mit Bodenabstand, oben abgedeckt und seitlich offen.
Feuchtes Holz ist der häufigste Grund für einen rußenden Ofen, eine schwarze Scheibe und wenig Wärme. Und es ist der Fehler, der sich am schwersten korrigieren lässt: Wer im Oktober feststellt, dass sein Holz zu nass ist, kann daran für diese Saison nichts mehr ändern.
Wie trocken muss es sein?
Frisch geschlagenes Holz hat 50 bis 60 % Wassergehalt. Verheizt werden darf es erst deutlich darunter: Die 1. BImSchV schreibt höchstens 25 % Restfeuchte vor. Das ist keine Empfehlung, sondern geltendes Recht.
Für einen sauberen Abbrand sollten es eher 15 bis 20 % sein. Zwischen „gerade noch erlaubt" und „brennt richtig gut" liegen ein paar Prozentpunkte, die man am Flammenbild sofort sieht.
Was feuchtes Holz tatsächlich kostet
Das Wasser im Scheit muss erst verdampfen, bevor das Holz brennt. Diese Energie kommt aus dem Feuer selbst und steht nicht mehr zum Heizen zur Verfügung.
In Zahlen: Ein Kilogramm Holz mit 15 % Restfeuchte liefert rund 4,0 kWh nutzbare Wärme. Dasselbe Kilogramm mit 30 % Restfeuchte kommt nur noch auf etwa 3,4 kWh — rund ein Sechstel weniger, und das bei gleichem Gewicht und gleichem Preis.
Dazu kommt der zweite, teurere Teil: Die niedrige Brennraumtemperatur führt zu unvollständiger Verbrennung. Der Ruß landet auf der Scheibe und im Schornstein, wo er sich als Glanzruß festsetzen kann. Warum das Glas dabei schwarz wird, steht in Warum rußt meine Kaminscheibe?
Richtig messen
Ein Holzfeuchtemessgerät kostet unter 20 € und beantwortet die Frage in Sekunden. Der Haken ist, dass die meisten Leute falsch messen — und dann ein zu gutes Ergebnis bekommen.
- Scheit frisch spalten und sofort innen messen. Die Außenseite ist immer trockener als der Kern; wer außen misst, misst das Wetter der letzten Woche.
- In der Mitte des Scheits ansetzen, nicht an der Stirnseite — die Enden trocknen zuerst.
- Spitzen quer zur Faser eindrücken, mit festem Kontakt.
- Bei Zimmertemperatur messen. Eiskaltes Holz aus dem Schuppen verfälscht den Wert nach unten.
- Mehrere Scheite prüfen, aus verschiedenen Bereichen des Stapels. Ein Wert sagt nichts.
Woran man es ohne Messgerät erkennt
- Trockenes Holz ist deutlich leichter, als es aussieht — Buche verliert beim Trocknen fast die Hälfte ihres Gewichts.
- Zwei Scheite gegeneinander geschlagen klingen hell und hart, nicht dumpf.
- An den Stirnseiten zeigen sich Trockenrisse, die vom Kern nach außen laufen.
- Die Rinde löst sich leicht ab.
- Im Feuer zischt und blubbert es nicht an den Stirnseiten. Was zischt, ist zu nass.
Wie lange es dauert
| Weichholz (Fichte, Kiefer) | etwa 1 Jahr |
| Hartholz (Buche, Esche, Birke) | etwa 2 Jahre |
| Eiche | 2 bis 3 Jahre wegen der Gerbsäure |
Das gilt für gespaltene Scheite an einem luftigen Platz. Ein ungespaltener Rundling braucht ein Vielfaches — die Rinde wirkt als Sperrschicht. Welche Holzart wie viel Wärme liefert, steht in Welches Holz für den Kamin?
Die vier Regeln beim Stapeln
- Gespalten lagern. Die Spaltfläche gibt Feuchtigkeit ab, die Rinde nicht.
- Abstand zum Boden. Ohne Unterlage zieht der Stapel Feuchtigkeit von unten nach. Ein Regal mit erhöhten Füßen löst genau das.
- Abstand zur Wand. Fünf bis zehn Zentimeter, damit Luft hinter dem Stapel zirkuliert.
- Oben abdecken, seitlich offen lassen. Der häufigste Fehler ist, den Stapel in Folie zu wickeln. Darunter steht die Feuchtigkeit, und das Holz stockt statt zu trocknen.
Wie der Stapel draußen konkret aufgebaut wird — Himmelsrichtung, Untergrund, Bauform — steht ausführlich in Kaminholz draußen lagern.
Welcher Ort taugt wofür
| Draußen, Süd- oder Westseite | der beste Platz — Sonne und Wind trocknen |
| Offener Unterstand, Carport | sehr gut, solange die Seiten frei bleiben |
| Garage | nur bei geöffnetem Tor; ein nasses Auto bringt zusätzlich Feuchtigkeit ein |
| Keller | nur wenn er wirklich trocken und belüftet ist — die meisten sind es nicht |
| Geschlossener Schuppen | schlechter als eine offene Wand, weil die Luft steht |
| Wohnraum | nur der Bedarf für ein paar Tage, kein Vorrat |
Für den Nachschub neben dem Ofen genügt ein Korb oder eine Tragetasche, für den Vorrat im Trockenen ein Kaminholzregal.
Gekauftes „ofenfertiges" Holz prüfen
„Ofenfertig" ist kein geschützter Begriff. Was der Händler damit meint, deckt sich nicht immer mit dem, was im Anhänger liegt.
Messen Sie deshalb bei der Anlieferung, nicht erst im Winter. Ein Scheit aus der Mitte der Ladung spalten und innen messen — das dauert zwei Minuten und ist der einzige Zeitpunkt, an dem sich noch reklamieren lässt. Liegt der Wert über 25 %, ist die Ware nicht als Brennholz verwendbar, und das ist ein sachlicher Mangel, kein Geschmacksurteil.
Wenn Sie es behalten: einfach ein weiteres Jahr stapeln. Zu feuchtes Holz ist nicht verdorben, nur zu früh geliefert. Wie sich Raummeter- und Schüttraummeter-Preise vergleichen lassen, steht in Raummeter, Schüttraummeter, Festmeter.
Schimmel, Stockflecken und Insekten
Weißliche oder graue Flecken auf der Schnittfläche sind Pilzbefall — meist die Folge von zu dicht gestapeltem oder eingepacktem Holz. Oberflächlicher Befall ist unschön, aber verheizbar. Ist das Holz innen weich, faserig und leicht, ist es vermorscht: Der Heizwert ist dahin, und ins Haus gehört es nicht.
Holzwespen, Ohrwürmer und Mäuse leben gern in Holzstapeln. Draußen ist das kein Problem — deshalb bleibt der Vorrat draußen und nur der Tagesbedarf kommt ins Wohnzimmer.
Kurz zusammengefasst
- Höchstens 25 % Restfeuchte ist Vorschrift, 15 bis 20 % das Ziel.
- Immer innen messen, an einer frisch gespaltenen Fläche.
- Zwei Jahre für Hartholz, eines für Weichholz, drei für Eiche.
- Gespalten, mit Bodenabstand, oben abgedeckt, seitlich offen.
- Bei der Lieferung messen, nicht im Winter.
Häufige Fragen
Wie misst man die Restfeuchte von Brennholz richtig?
Ein Scheit frisch spalten und sofort in der Mitte der Spaltfläche messen, mit den Spitzen quer zur Faser. Außen und an den Stirnseiten ist das Holz immer trockener als im Kern. Messen Sie bei Zimmertemperatur und an mehreren Scheiten aus verschiedenen Bereichen des Stapels.
Woran erkennt man trockenes Kaminholz ohne Messgerät?
Es ist auffallend leicht, zwei Scheite klingen gegeneinander geschlagen hell statt dumpf, an den Stirnseiten laufen Trockenrisse nach außen und die Rinde löst sich leicht. Im Feuer zischt und blubbert es nicht an den Enden.
Wie viel Wärme verliert man durch feuchtes Holz?
Ein Kilogramm Holz mit 15 % Restfeuchte liefert rund 4,0 kWh, dasselbe Kilogramm mit 30 % nur etwa 3,4 kWh — rund ein Sechstel weniger. Dazu kommen Rußbildung auf Scheibe und im Schornstein durch die niedrigere Brennraumtemperatur.
Kann Kaminholz zu trocken werden?
Praktisch nein. Unter normalen Lagerbedingungen pendelt sich Holz bei etwa 12 bis 15 % ein und geht nicht tiefer. Sehr trockenes Holz brennt allerdings schneller ab — man legt dann kleinere Mengen nach statt die Luft zu drosseln.
Was tun, wenn gekauftes ofenfertiges Holz zu feucht ist?
Bei der Anlieferung messen und sofort reklamieren, solange das noch möglich ist — über 25 % Restfeuchte ist die Ware nicht als Brennholz verwendbar. Wer sie behält, stapelt sie einfach ein weiteres Jahr; zu feuchtes Holz ist nicht verdorben, nur zu früh geliefert.