Post aus dem Briefkasten geangelt: wie es geht und was dagegen hilft

Abschließbarer Wandbriefkasten mit geschütztem Einwurfschlitz

Kurz vorweg: Das entscheidende Bauteil heißt Entnahmesicherung — ein Blech oder eine Klappe hinter dem Einwurfschlitz, die Post hineinfallen, aber nicht zurückziehen lässt. Sie ist Teil der Norm DIN EN 13724. Ein Schloss allein hilft dagegen nicht, denn geangelt wird durch den Schlitz, nicht durch die Tür.

Briefkastendiebstahl klingt nach einem Randproblem, bis man erfährt, wie einfach er ist. Ein Draht mit doppelseitigem Klebeband am Ende, durch den Einwurfschlitz geschoben — mehr braucht es bei vielen Briefkästen nicht.

Warum das lohnend ist

Nicht wegen der Briefe selbst. Interessant sind neue Bankkarten, PIN-Briefe, Ausweisdokumente und alles, was sich für einen Identitätsdiebstahl verwenden lässt. Ein Kontoauszug mit voller Anschrift und Kontonummer ist mehr wert als der Inhalt der meisten Portemonnaies.

Dazu kommt: Der Diebstahl fällt oft wochenlang nicht auf. Man vermisst keinen Brief, von dem man nicht wusste, dass er kommt. Häufig merkt man es erst an der Mahnung für eine Rechnung, die nie ankam — oder an einem Vertrag, den man nie abgeschlossen hat.

Die drei Wege hinein

Durch den Schlitz angeln. Der mit Abstand häufigste Weg, weil er kein Werkzeug erfordert, das auffällt, und keine Spuren hinterlässt. Genau dagegen hilft die Entnahmesicherung.

Die Tür aufhebeln. Bei dünnwandigen Kästen reicht ein Schraubenzieher an der Kante. Hier zählen Blechstärke und wie gut die Tür im Rahmen sitzt.

Das Schloss. Viele einfache Briefkästen haben Schlösser mit sehr wenigen Schließvarianten. Das schützt vor dem Nachbarn, nicht vor jemandem mit Absicht.

Was einen Briefkasten sicher macht

Eine Entnahmesicherung hinter dem Schlitz. Ein Blech oder eine bewegliche Klappe, die den Einwurf nach innen verschließt. Post fällt hinein, aber nichts lässt sich zurückziehen. Dieses Bauteil ist der eigentliche Unterschied zwischen einem sicheren und einem unsicheren Briefkasten — alles andere ist nachrangig.

Tiefe. Ein flacher Kasten, in dem die Post direkt hinter dem Schlitz liegt, ist leichter auszuräumen als ein tiefer, bei dem sie nach unten fällt.

Ein enger Schlitz. Je schmaler die Öffnung, desto schwieriger das Hantieren — allerdings passen dann auch dickere Sendungen schlechter hinein. Die Norm verlangt mindestens 230 × 30 mm, damit ein C4-Umschlag durchgeht. Mehr dazu in Welche Briefkastengröße für DIN A4?

Blechstärke und Verarbeitung. Ein Kasten, der beim Klopfen scheppert, lässt sich auch leichter aufhebeln. Wie man die Materialqualität einschätzt, steht in Edelstahl oder pulverbeschichteter Stahl?

Die Befestigung. Ein Kasten, den man komplett abschrauben und mitnehmen kann, ist kein sicherer Kasten. Bei freistehenden Modellen zählt zusätzlich das Gewicht.

Woran man das erkennt

Die Norm DIN EN 13724 regelt unter anderem die Entnahmesicherung. Briefkästen, die nach dieser Norm geprüft sind, geben eingeworfene Post nicht wieder durch den Schlitz her. Steht die Norm in der Produktbeschreibung, ist das ein belastbarer Hinweis — anders als Werbeworte wie „diebstahlsicher", die nichts bedeuten und von niemandem geprüft werden.

In unserem Sortiment nennt der BURG-WÄCHTER Sylt die Norm EN 13724 ausdrücklich; der AMZ 2500 ist nach DIN C4 gebaut und wird in Deutschland gefertigt.

Der Selbsttest nach der Montage

Bei einfacheren Kästen prüfen Sie am besten selbst, und zwar direkt nach dem Anbringen:

  1. Stecken Sie einen leeren Briefumschlag durch den Schlitz.
  2. Versuchen Sie, ihn mit zwei Fingern wieder herauszuziehen.
  3. Geht das leicht, geht es auch mit einem Draht.

Zweiter Test: Leuchten Sie mit dem Handy in den Schlitz. Sehen Sie die Post direkt darunter liegen, ist der Kasten zu flach. Sehen Sie ein Blech, das den Weg nach innen abknickt, ist eine Entnahmesicherung vorhanden.

Was sonst noch hilft

  • Regelmäßig leeren. Ein voller Briefkasten ist ein Angebot — und zeigt zusätzlich, dass niemand zu Hause ist.
  • Im Urlaub Nachsendeauftrag oder einen Nachbarn bitten. Beides kostet wenig und wirkt besser als jede Technik.
  • Standort. Ein Briefkasten im Blickfeld der Straße wird seltener angegangen als einer in einer dunklen Hofecke. Bewegungslicht hilft mehr als ein besseres Schloss.
  • Wichtige Post per Einschreiben. Banken versenden PIN-Briefe auf Wunsch so.
  • Auf Papier verzichten, wo es geht. Kontoauszüge und Rechnungen digital sind ein Angriffsweg weniger.

Wenn es passiert ist

Der wichtigste Punkt zuerst: schnell handeln, weil der Schaden nicht im fehlenden Brief liegt, sondern in dem, was jemand damit anfängt.

  1. Karten sperren lassen. Der zentrale Sperr-Notruf in Deutschland ist die 116 116, rund um die Uhr erreichbar. Die Bank zusätzlich direkt informieren.
  2. Anzeige erstatten. Das Entwenden von Post ist Diebstahl, das Öffnen fremder Briefe zusätzlich eine Verletzung des Briefgeheimnisses. Die Anzeige brauchen Sie außerdem gegenüber Bank und Versicherung.
  3. Absender informieren — Bank, Behörde, Versicherung —, damit Ersatzdokumente nicht erneut in denselben Kasten gehen.
  4. Auskunft einholen. Sie haben Anspruch auf eine kostenlose Datenkopie bei Auskunfteien. Dort sehen Sie, ob in Ihrem Namen Verträge abgeschlossen wurden.
  5. Erst danach den Kasten tauschen oder nachrüsten — sonst wiederholt es sich.

Ist statt Post der Schlüssel oder das Schloss das Problem, hilft Briefkastenschlüssel verloren oder Schloss defekt.

Kurz zusammengefasst

  • Die Entnahmesicherung ist das Bauteil, auf das es ankommt.
  • DIN EN 13724 in der Beschreibung ist ein belastbarer Hinweis, „diebstahlsicher" nicht.
  • Umschlag-Test nach der Montage — zwei Minuten, klare Antwort.
  • Ein Schloss allein schützt nicht, weil durch den Schlitz geangelt wird.
  • Im Schadensfall zuerst 116 116, dann Anzeige, dann Absender.

Abschließbare Modelle mit Entnahmesicherung finden Sie bei den Wandbriefkästen und den Standbriefkästen.

Häufige Fragen

Was ist eine Entnahmesicherung am Briefkasten?

Ein Blech oder eine bewegliche Klappe hinter dem Einwurfschlitz. Post fällt hinein, lässt sich aber nicht wieder herausziehen. Sie ist Teil der Norm DIN EN 13724 und das wirksamste Bauteil gegen das Herausangeln von Post.

Schützt ein Schloss vor dem Herausangeln von Post?

Nein. Geangelt wird durch den Einwurfschlitz, nicht durch die Tür — das Schloss ist dabei völlig unbeteiligt. Gegen das Angeln hilft nur eine Entnahmesicherung, ein tiefer Kasten und ein enger Schlitz.

Wie teste ich, ob mein Briefkasten sicher ist?

Einen leeren Briefumschlag durch den Schlitz stecken und versuchen, ihn mit zwei Fingern wieder herauszuziehen. Geht das leicht, geht es auch mit einem Draht. Zusätzlich mit dem Handy hineinleuchten: Ein Blech, das den Weg nach innen abknickt, zeigt eine vorhandene Entnahmesicherung.

Was tun, wenn Post aus dem Briefkasten gestohlen wurde?

Zuerst Karten sperren lassen — der zentrale Sperr-Notruf ist die 116 116 — und die Bank informieren. Danach Anzeige erstatten, die Absender benachrichtigen, damit Ersatzdokumente nicht erneut in denselben Kasten gehen, und eine kostenlose Datenkopie bei den Auskunfteien anfordern.

Ist Diebstahl aus dem Briefkasten strafbar?

Ja. Das Entwenden von Post ist Diebstahl, das Öffnen fremder Briefe zusätzlich eine Verletzung des Briefgeheimnisses. Eine Anzeige lohnt auch dann, wenn die Täter unbekannt bleiben — Bank und Versicherung verlangen sie in der Regel.