Kurz vorweg: Für Post im Format DIN A4 brauchen Sie einen Briefkasten mit Einwurfformat C4. Der Schlitz muss dafür mindestens 229 mm breit sein, in der Praxis finden Sie Werte zwischen 250 und 340 mm. Ein C5-Kasten nimmt A4 nur gefaltet – Behördenpost kommt dann geknickt an oder gar nicht.
Wer einen Briefkasten kauft, vergleicht meist Farbe und Form. Die Angabe, die im Alltag den Unterschied macht, steht dagegen klein im Datenblatt: das Einwurfformat. Sie entscheidet, ob der Brief von der Krankenkasse flach im Kasten liegt oder zusammengerollt hineingestopft wurde.
Die zwei Formate, die beim Kauf vorkommen
Briefkästen werden nach dem größten Umschlag benannt, den sie aufnehmen:
| DIN C5 | 229 × 162 mm — ein A4-Blatt, einmal gefaltet |
| DIN C4 | 324 × 229 mm — ein A4-Blatt ungefaltet, plus Umschlag |
Das klingt nach einer Kleinigkeit und ist keine. Behörden, Versicherungen, Banken und Hochschulen versenden in C4. Passt der Kasten nur C5, knickt der Zusteller den Umschlag — oder er nimmt ihn wieder mit und hinterlässt einen Zettel.
Was die Norm DIN EN 13724 wirklich fordert
Die maßgebliche Norm ist die DIN EN 13724:2013-07, ergänzt um die Berichtigung 1:2016-08. Sie hat die Ausgabe von 2003 und die ältere deutsche DIN 32617 abgelöst.
Ihr Kern ist eine Prüfsendung: Ein C4-Umschlag mit 229 × 324 × 24 mm muss eingeworfen und wieder entnommen werden können, ohne ihn zu falten oder zu beschädigen.
Die dritte Zahl wird gern übersehen. 24 mm Dicke — die Norm rechnet nicht mit einem leeren Umschlag, sondern mit einem gefüllten. Deshalb reicht ein sehr flacher Schlitz nicht, auch wenn er breit genug ist. Gängige Schlitzhöhen liegen zwischen 25 und 36 mm. Bei 25 mm bleibt gegenüber der Prüfsendung genau ein Millimeter Luft — das funktioniert, verzeiht aber keinen prall gefüllten Umschlag.
Die Norm regelt außerdem einiges, was mit Größe nichts zu tun hat:
- Korrosion und Wasser — der Kasten muss Regen standhalten, ohne dass Post feucht wird
- Entnahmeschutz — Post darf sich nicht von außen herausangeln lassen
- Verletzungsschutz — keine scharfen Kanten im Einwurfschacht
- Vertraulichkeit — von außen darf man nicht lesen können, was drinliegt
- Schlösser und Einbauhöhen sowie eine beiliegende Montageanleitung
Vier Einwurfarten — die Norm unterscheidet sie
- Außenbriefkasten — Wandbriefkästen, freistehende Anlagen, Briefkastensäulen
- Innenbriefkasten — nur für geschützte Innenbereiche, etwa Hausflure
- Durchwurfbriefkasten — Einwurf außen, Entnahme innen, also Mauerdurchwurf oder Zaunlösung
- Briefeinwurf — der Schlitz direkt in der Haustür oder im Türseitenteil
Für die Produktauswahl heißt das: Ein Kasten, der für den Innenbereich geprüft ist, gehört nicht an die Wetterseite.
Quer oder längs — welcher Schlitz passt besser
Beim Quereinwurf liegt der Schlitz waagerecht, der Umschlag geht mit der langen Seite voran hinein. Das ist die häufigste Bauform, und dafür braucht der Schlitz die 229 mm der C4-Schmalseite.
Beim Längseinwurf steht der Schlitz senkrecht, etwa bei schmalen Kästen neben der Haustür. Dann muss der Schlitz 229 mm hoch sein, und der Kasten muss innen mindestens 324 mm tief sein, damit der Umschlag ganz hineinrutscht.
Auf dem Datenblatt steht meist nur eine Zahlenkombination wie „300 × 30 mm". Welche der beiden Zahlen die Breite ist, verrät ein Blick auf das Produktfoto.
Der Schlitz allein reicht nicht
Ein breiter Einwurf nützt wenig, wenn der Innenraum flacher ist als der Umschlag lang. Dann verkantet die Post im Schacht. Achten Sie deshalb auf zwei weitere Angaben:
- Innenmaße — die längste Innenkante sollte über 324 mm liegen, sonst steht ein C4-Umschlag schräg
- Fassungsvermögen in Litern — 10 bis 15 Liter reichen für einen Zweipersonenhaushalt und drei bis vier Tage Abwesenheit
So sehen echte Werte aus
Damit Sie die Größenordnung einschätzen können, hier die Einwurfmaße aus unserem eigenen Sortiment. Alle liegen über den 229 mm, die C4 verlangt:
| Wandbriefkasten Dunkelgrau mit Zeitungsfach | 340 × 30 mm |
| Wandbriefkasten Anthrazit mit Klappdeckel | 300 × 30 mm |
| Wandbriefkasten Schwarz mit Namensschild | 300 × 30 mm |
| Wandbriefkasten Vintage Rot | 275 × 25 mm |
| Standbriefkasten Edelstahl doppelt | 250 × 36 mm |
Zwei Modelle nennen das Format direkt statt in Millimetern: der BURG-WÄCHTER AMZ 2500 und der BURG-WÄCHTER Sylt sind beide für Einwurf-Format DIN C4 ausgewiesen, beide Made in Germany.
Wer schreibt die Größe eigentlich vor?
Ein verbreiteter Irrtum: Die Norm sei Gesetz. Ist sie nicht. DIN EN 13724 ist eine technische Norm, keine Rechtsvorschrift, und für einen Privathaushalt nicht verpflichtend.
Verbindlich werden Vorgaben erst über andere Wege — etwa über die Landesbauordnung Ihres Bundeslandes bei Neubauten, über Vorgaben des Vermieters oder der Hausverwaltung, oder über eine Gestaltungssatzung der Gemeinde. Was in Ihrem Fall gilt, klärt am sichersten die zuständige Bauaufsicht oder ein Blick in den Mietvertrag.
Praktisch spielt das selten eine Rolle. Wichtiger ist: Ohne ausreichend großen Briefkasten stellt die Post nicht zuverlässig zu, und das merken Sie schneller als jede Behörde.
Drei Irrtümer, die Geld kosten
- „Groß" im Produktnamen heißt C4. Nein. Das Wort ist ungeschützt. Nur die Millimeterangabe oder die ausdrückliche Nennung von C4 beziehungsweise EN 13724 zählt.
- Ein tiefer Kasten nimmt automatisch mehr Post. Nur, wenn auch der Schlitz passt. Sonst bleibt das Volumen ungenutzt.
- Ein größerer Briefkasten nimmt Pakete. Tut er nicht. Dafür braucht es eine andere Bauform, dazu unten mehr.
Wann sich mehr als C4 lohnt
C4 deckt Briefpost vollständig ab. Über die Norm hinaus lohnt Größe in drei Fällen: bei einem Mehrpersonenhaushalt mit viel Papierpost, bei regelmäßigen Zeitschriften- und Katalogsendungen, und wenn Sie öfter mehrere Tage weg sind. Dann entscheidet nicht der Schlitz, sondern das Fassungsvermögen — und ein Zeitungsfach, damit die Zeitung nicht auf den Briefen liegt und sie knickt.
In drei Schritten zum richtigen Kasten
- Umschlag messen. Nehmen Sie den größten Brief aus Ihrer letzten Post. Ist er breiter als 229 mm, brauchen Sie C4.
- Schlitzmaß im Datenblatt suchen, nicht die Werbeworte lesen. Die größere der beiden Zahlen ist die Breite.
- Innenmaß und Volumen prüfen. Längste Innenkante über 324 mm, 10 bis 15 Liter für einen normalen Haushalt.
Welche Bauform überhaupt zu Ihrem Grundstück passt — Wand, Ständer oder Mauerdurchwurf —, klärt dieser Vergleich der Bauformen.
Wenn Sie es schneller wollen: Der Briefkasten-Finder auf unserer Startseite grenzt nach Montageart, Ausstattung und Farbe ein. Steht der Kasten fest, geht es weiter mit Höhe, Abstand und Montage.
Und wenn Pakete kommen?
Auch der größte Briefkasten nimmt kein Paket. Wer regelmäßig Sendungen bekommt und tagsüber nicht zu Hause ist, braucht eine andere Bauform: einen Paketbriefkasten mit eigenem Einwurfschacht. Der Zusteller legt das Paket ein, es rutscht in den verschlossenen Bereich und bleibt dort bis zur Entnahme mit Schlüssel.
Ob der Zusteller das auch tut, entscheidet allerdings er — dafür braucht es in der Regel eine Abstellgenehmigung. Was die einzelnen Dienste verlangen, steht in unserem Beitrag Welche Paketdienste liefern in einen Paketkasten?
Kurz zusammengefasst
- C4 nehmen, nicht C5. Der Aufpreis ist gering, der Ärger mit geknickter Post dauerhaft.
- 229 mm Schlitzbreite ist die Grenze, 30 mm Höhe der praktische Mindestwert.
- EN 13724 ist ein gutes Zeichen — geprüft statt behauptet, aber kein Gesetz.
- Innenmaß nicht vergessen, sonst verkantet die Post trotz breitem Schlitz.
- Für Pakete braucht es einen Paketbriefkasten, kein größeres Briefformat.
Häufige Fragen
Passt ein A4-Brief in einen C5-Briefkasten?
Nur gefaltet. C5 misst 229 × 162 mm und nimmt ein einmal gefaltetes A4-Blatt auf. Ein ungefalteter A4-Bogen im Umschlag braucht C4 mit 324 × 229 mm.
Wie breit muss der Einwurfschlitz mindestens sein?
Mindestens 229 mm, damit ein C4-Umschlag quer hineingeht. Rechnen Sie zusätzlich mit etwa 30 mm Höhe — die Norm prüft mit einem 24 mm dicken Umschlag, nicht mit einem leeren.
Ist DIN EN 13724 gesetzlich vorgeschrieben?
Nein. Es ist eine technische Norm, keine Rechtsvorschrift. Verbindlich wird sie nur, wenn eine Landesbauordnung, ein Vermieter oder eine Gemeindesatzung darauf verweist.
Woran erkenne ich, ob ein Briefkasten C4 aufnimmt?
An zwei Angaben: dem Schlitzmaß über 229 mm Breite oder der ausdrücklichen Nennung von „DIN C4" beziehungsweise „EN 13724" im Datenblatt. Das Wort „groß" allein sagt nichts.
Wie viele Liter sollte ein Briefkasten fassen?
10 bis 15 Liter reichen für einen Zweipersonenhaushalt und drei bis vier Tage ohne Leerung. Bei Zeitschriften und Katalogen oder längerer Abwesenheit darf es mehr sein.