Briefkasten montieren: Höhe, Abstand und was der Zusteller braucht

Wandbriefkasten aus Edelstahl an einer Hauswand montiert

Kurz vorweg: Der Einwurfschlitz gehört auf 110 bis 130 cm über dem Boden — die Norm EN 13724 erlaubt 70 bis 170 cm. Der Kasten muss vom öffentlichen Weg aus erreichbar sein, ohne verschlossenes Tor davor. Und die beiliegenden Dübel passen nur in Vollziegel oder Beton; für Porenbeton, Hohlblock und gedämmte Wände brauchen Sie andere.

Der Briefkasten hängt schnell. Ärgerlich wird es erst, wenn er zu hoch sitzt, die Tür beim Öffnen gegen die Hauswand schlägt oder die Dübel nach dem ersten Winter nachgeben.

Auf welcher Höhe?

Die europäische Norm EN 13724 legt fest, dass der Einwurfschlitz zwischen 70 cm und 170 cm über dem Boden liegen soll. Der Grund ist praktisch: Darunter muss man sich bücken, darüber kommen kleinere Menschen und Rollstuhlfahrer nicht heran.

Bewährt hat sich eine Einwurfhöhe um 110 bis 130 cm. Das ist bequeme Armhöhe, ohne dass man den Kopf hebt. Messen Sie dabei bis zum Schlitz, nicht bis zur Oberkante des Kastens — bei einem 45 cm hohen Modell sind das schnell 20 cm Unterschied.

Zwei Dinge werden gern vergessen:

  • Die Entnahmetür braucht auch Platz. Wer den Kasten auf 170 cm hängt, kommt an die unterste Ecke nicht mehr bequem heran.
  • Wer im Haushalt leert das Ding? Wenn das jemand im Sitzen tun soll, sind eher 90 bis 100 cm richtig.

Vorgeschrieben ist das für Privathaushalte nicht. Es gibt keine Vorschrift, die einem Hausbesitzer eine Höhe vorschreibt. Die Norm gilt verbindlich nur dort, wo sie vereinbart wurde — etwa im Wohnungsbau oder wenn eine Landesbauordnung darauf verweist. Wer sich daran hält, macht es trotzdem richtig.

Ob überhaupt ein Wandbriefkasten das Richtige ist oder eher ein Standbriefkasten, klärt der Vergleich der Bauformen.

Wo darf er stehen?

Am Zugang zum Grundstück oder an der Hauswand neben der Tür — beides ist üblich. Entscheidend ist nur, dass der Zusteller ihn ohne Hindernis erreichen kann.

Was in der Praxis Probleme macht:

  • Hinter einem verschlossenen Tor. Kommt der Zusteller nicht aufs Grundstück, bekommen Sie keine Post, sondern einen Zettel.
  • Zugewachsen. Eine Hecke, die im Juli über den Kasten wächst, kostet Sie im August Sendungen.
  • Tür schlägt an. Messen Sie vorher, wie weit die Klappe aufgeht. Bei einer Nische oder neben einem Fensterladen wird es eng.
  • Direkt unter der Dachtraufe. Bei Starkregen läuft dort das halbe Dach ab. Ein Regendach über dem Einwurf hilft, ein anderer Platz hilft mehr.

Was Sie brauchen

  • Bohrmaschine, bei Beton mit Schlagwerk
  • Steinbohrer im Durchmesser der Dübel, meist 8 oder 10 mm
  • Wasserwaage, mindestens 40 cm lang
  • Zollstock und Bleistift
  • Leitungssucher — nicht optional, dazu gleich mehr
  • Dübel und Schrauben passend zum Untergrund

Schritt für Schritt: Wandmontage

  1. Höhe anzeichnen. 110 bis 130 cm bis zum Einwurfschlitz, waagerechten Strich ziehen.
  2. Leitungen suchen. Über und neben Lichtschaltern, Steckdosen und Klingeln laufen Kabel senkrecht und waagerecht in der Wand. Ein Leitungssucher kostet weniger als ein Elektriker.
  3. Kasten anhalten und Löcher anzeichnen. Zu zweit geht das leichter. Wasserwaage anlegen, bevor Sie markieren.
  4. Bohren. In Vollziegel und Beton mit Schlag, in Porenbeton und Hohlblock ohne — sonst bricht das Loch aus und der Dübel hält nicht.
  5. Löcher aussaugen. Bohrmehl im Loch halbiert die Haltekraft.
  6. Dübel setzen, Kasten verschrauben. Abstandshalter nicht weglassen.
  7. Nachprüfen. Wasserwaage, Tür öffnen und schließen, Schlüssel testen.

Welcher Dübel in welche Wand

Ein leerer Wandbriefkasten wiegt zwischen 2 und 4 kg. Voll mit Zeitungen kommen leicht 10 kg zusammen, und die hängen an einem Hebel von der Wand weg.

Vollziegel, Beton, Naturstein Die beiliegenden Dübel reichen meist
Hohlblockstein, Lochziegel Spreizdübel für Hohlräume oder Injektionsanker
Porenbeton, Ytong Spezialdübel für Porenbeton, ohne Schlagbohren
Wärmedämmverbundsystem Dämmstoffdübel oder Abstandsmontage bis ins Mauerwerk
Holz Holzschrauben direkt, keine Dübel

Beim Wandbriefkasten Dunkelgrau liegen Spreizschrauben und Gummikeile bei, beim BURG-WÄCHTER AMZ 2500 das komplette Montagematerial. Was jeweils dabei ist, steht bei uns im Lieferumfang jedes Artikels.

Der Sonderfall: gedämmte Fassade

Auf einem Wärmedämmverbundsystem darf ein Briefkasten nicht einfach in die Dämmplatte geschraubt werden. Die Platte trägt kein Gewicht, und jede Bohrung ist eine Wärmebrücke, an der sich innen Feuchtigkeit sammeln kann.

Zwei Wege funktionieren: Dämmstoffdübel, die die Last in der Dämmebene verteilen — für leichte Kästen ausreichend. Oder eine Abstandsmontage mit Gewindestangen, die durch die Dämmung bis ins tragende Mauerwerk gehen. Bei einem Kasten über 5 kg oder einem Paketbriefkasten führt am zweiten Weg nichts vorbei.

Am Zaun montieren

An einem Metallzaun wird der Kasten meist mit Schellen oder Flacheisen an zwei Pfosten geklemmt, nicht in einzelne Stäbe geschraubt. Ein Zaunfeld schwingt bei Wind — was starr an einem Stab hängt, arbeitet sich mit der Zeit locker.

Bei Holzzäunen schrauben Sie in die Pfosten, nicht in die Latten. Und rechnen Sie damit, dass ein Zaun sich über die Jahre setzt: Prüfen Sie die Höhe nach dem ersten Winter noch einmal nach.

Auf einer Mauer montieren

Eine Gartenmauer trägt problemlos, der Haken liegt woanders: Mauerkronen sind selten waagerecht, und viele haben eine Abdeckung aus Betonplatten, die nur aufgelegt ist. Schrauben Sie in die Platte, sitzt der Kasten auf etwas, das man anheben kann.

Verschrauben Sie deshalb in die Seitenfläche der Mauer, nicht in die Abdeckung. Und arbeiten Sie mit der Wasserwaage statt nach Augenmaß an der Mauerkante.

Wenn keine Wand da ist

Bei Grundstücken, an denen der Weg nicht am Haus vorbeiführt, hilft ein Standbriefkasten auf einem Pfosten.

Zum Einbetonieren: Loch von etwa 30 × 30 cm, 40 bis 60 cm tief, damit das Fundament frostfrei steht. Verdichteter Schotter unten drunter, damit Wasser abziehen kann. Der Pfosten wird ausgerichtet und abgestützt, bis der Beton fest ist.

Auf vorhandener Fläche: Bodenplatte anzeichnen, dübeln, in zwei Richtungen mit der Wasserwaage ausrichten. Geht schneller und lässt sich rückstandsärmer wieder lösen.

Beim American Mailbox mit Ständer gehören 143 cm Standrohr mit 40 mm Durchmesser und die Befestigungsschrauben zum Set. Der Standbriefkasten Edelstahl mit Ständer ist eine Nummer größer und hat Zeitungshalter und Sichtfenster.

Zur Miete: vorher fragen

Ein Briefkasten an der Fassade bedeutet Bohrlöcher in der Gebäudehülle. In einer Mietwohnung brauchen Sie dafür in aller Regel die Zustimmung des Vermieters, und die sollte schriftlich vorliegen. Meist ist es ohnehin Sache des Vermieters, für einen Briefkasten zu sorgen.

Fragen Sie vorher. Ein nachträglicher Streit über Rückbau kostet mehr als der Kasten.

Fünf Fehler, die sich rächen

  • Ohne Leitungssucher bohren. Der teuerste Fehler der Liste.
  • Beiliegende Dübel blind verwenden. Sie sind für den einfachsten Fall gedacht, nicht für Ihren.
  • Abstandshalter weglassen. Ohne Luftspalt sammelt sich Feuchtigkeit hinter dem Kasten, und die Wand bekommt einen dunklen Fleck.
  • Nach Augenmaß ausrichten. An einer Fassade sieht man jeden Millimeter Schieflage.
  • Zu hoch hängen. Klassiker bei Türnischen — der Kasten sitzt bündig mit der Klingel und damit deutlich über 150 cm.

Kurz zusammengefasst

  • Einwurfschlitz auf 110 bis 130 cm, im Normrahmen von 70 bis 170 cm.
  • Erreichbar muss er sein — kein verschlossenes Tor, keine Hecke davor.
  • Dübel zum Wandtyp wählen, die beiliegenden passen nicht überall.
  • Auf WDVS nur mit Dämmstoffdübel oder Durchsteckmontage.
  • Standbriefkasten: Fundament 40 bis 60 cm tief, frostfrei.
  • Abstandshalter benutzen, sie verhindern Feuchtigkeit hinter dem Kasten.

Welche Größe der Kasten überhaupt haben sollte, steht in Welche Briefkastengröße für DIN A4? — und wie sich Rost und Kratzer später vermeiden lassen, in Briefkasten pflegen.

Wenn später einmal der Schlüssel fehlt oder das Schloss klemmt, hilft Briefkastenschlüssel verloren oder Schloss defekt. Für zwei Haushalte an einer Adresse gelten eigene Regeln — die stehen in Ein Briefkasten für zwei Parteien.

Häufige Fragen

Auf welcher Höhe muss ein Briefkasten hängen?

Die Norm EN 13724 nennt 70 bis 170 cm über dem Boden für den Einwurfschlitz. Bequem sind 110 bis 130 cm. Für Privathaushalte ist keine Höhe gesetzlich vorgeschrieben.

Welche Dübel brauche ich für einen Briefkasten?

In Vollziegel und Beton reichen die beiliegenden Dübel meist. Porenbeton und Hohlblockstein brauchen Spezialdübel, gedämmte Fassaden Dämmstoffdübel oder eine Durchsteckmontage bis ins Mauerwerk.

Darf ich als Mieter einen Briefkasten anbringen?

In der Regel nur mit Zustimmung des Vermieters, weil dabei in die Fassade gebohrt wird. Holen Sie die Erlaubnis schriftlich ein. Häufig ist der Vermieter ohnehin verpflichtet, einen Briefkasten bereitzustellen.

Wie tief muss das Fundament für einen Standbriefkasten sein?

40 bis 60 cm, damit es frostfrei steht. Ein Loch von etwa 30 × 30 cm reicht in der Breite, darunter verdichteter Schotter zum Wasserabzug.

Wozu dienen die Abstandshalter?

Sie halten den Kasten wenige Millimeter von der Wand weg, damit Luft zirkulieren kann. Ohne sie sammelt sich Feuchtigkeit zwischen Kasten und Wand, was Rost und Flecken begünstigt.