Wandbriefkasten, Standbriefkasten oder Mauerdurchwurf?

Freistehender Standbriefkasten aus Edelstahl mit Ständer

Kurz vorweg: Kommt der Zusteller ohnehin bis zur Haustür, nehmen Sie einen Wandbriefkasten — die einfachste und günstigste Lösung. Liegt ein Tor davor oder steht das Haus weit hinten, brauchen Sie einen Standbriefkasten an der Grundstücksgrenze. Ein Mauerdurchwurf lohnt nur, wenn Sie ohnehin bauen.

Die Frage entscheidet sich nicht am Geschmack, sondern am Grundstück. Führt der Weg des Zustellers am Haus vorbei? Steht das Haus direkt an der Straße oder dreißig Meter dahinter? Danach richtet sich die Bauform.

Die vier Bauformen auf einen Blick

Bauform Aufwand Preisrahmen bei uns
Wandbriefkasten eine halbe Stunde, Bohrmaschine ab 20,99 €
Standbriefkasten ein Nachmittag, Fundament ab 59,99 €
Mauerdurchwurf Bauarbeit, Maueröffnung Sonderfall, siehe unten
Paketbriefkasten Wand oder Fundament ab 99,99 €

Wandbriefkasten — der Normalfall

Wird an die Hauswand oder neben die Tür geschraubt. Zwei bis vier Dübel, eine halbe Stunde Arbeit, fertig.

Passt, wenn der Zusteller ohnehin bis zur Haustür kommt und die Wand tragfähig ist.

Passt nicht, wenn ein verschlossenes Tor davor liegt oder das Haus weit hinten steht — dann läuft der Zusteller jedes Mal den ganzen Weg, und irgendwann läuft er ihn nicht mehr.

Innerhalb dieser Bauform gibt es die meiste Auswahl: mit Zeitungsfach, mit Sichtfenstern, mit Klappdeckel gegen Regen. Der Einstieg ist der Wandbriefkasten Schwarz klein für 20,99 €, das andere Ende der BURG-WÄCHTER Sylt mit DIN C4 und Made in Germany. Die ganze Übersicht finden Sie hier.

Achten Sie auf den Untergrund. Die beiliegenden Dübel passen für Vollziegel und Beton. Porenbeton, Hohlblockstein und gedämmte Fassaden brauchen andere — dazu steht alles in Briefkasten montieren.

Standbriefkasten — wenn keine Wand am Weg liegt

Steht auf einem Pfosten, meist an der Grundstücksgrenze. Der Pfosten wird einbetoniert oder auf eine vorhandene Fläche gedübelt.

Passt, wenn zwischen Straße und Haustür Abstand liegt, oder wenn der Zusteller gar nicht aufs Grundstück soll — etwa weil ein Hund im Garten wohnt.

Woran zu denken ist: Ein einbetonierter Pfosten braucht ein Loch von 40 bis 60 cm Tiefe, damit das Fundament frostfrei steht, und einen Sack Beton. Das ist eine Nachmittagsarbeit, keine halbe Stunde.

Und die amerikanische Bauform, die viele schön finden, hat bauartbedingt kein Schloss — sie ist eine Klappe, kein Tresor. Der American Mailbox aus Aluminium für 59,99 € sieht gut aus und rostet nie, lässt sich aber nicht abschließen. Wer abschließen will, nimmt ein anderes Modell.

Die freistehenden Modelle stehen unter Standbriefkästen, von 59,99 € bis 519,97 €.

Zaunbriefkasten — die übersehene Variante

Wer schon einen Zaun hat, braucht kein Fundament. Der Kasten wird mit Schellen oder Flacheisen an zwei Pfosten geklemmt — nicht an einzelne Stäbe, denn ein Zaunfeld schwingt bei Wind, und was starr an einem Stab hängt, arbeitet sich locker.

Technisch ist das ein Wandbriefkasten an anderer Stelle. Sie brauchen also kein spezielles Modell, nur die passende Befestigung. Bei Doppelstabmatten gibt es fertige Halter, bei Holzzäunen schrauben Sie in die Pfosten.

Mauerdurchwurf — der Kasten sitzt in der Wand

Eingeworfen wird von außen, entnommen von innen: aus dem Flur, der Garage oder dem Windfang. Bei Regen holt man die Post im Hausschuh.

Passt, wenn eine geeignete Wand da ist und Sie sowieso bauen oder sanieren.

Woran zu denken ist: Das ist Bauarbeit. Es braucht eine Maueröffnung in der passenden Größe und eine Wandstärke, die zum Kasten passt — die meisten Modelle sind für 20 bis 40 cm ausgelegt und über Teleskopelemente einstellbar. In eine tragende Wand zu brechen ist nichts, was man am Samstag spontan macht. Wer unsicher ist, fragt vorher jemanden, der es beurteilen kann.

Bei einer gedämmten Fassade kommt hinzu, dass die Öffnung sauber abgedichtet werden muss, sonst entsteht eine Wärmebrücke mit Kondenswasser dahinter.

Derzeit haben wir keinen Mauerdurchwurf-Kasten im Sortiment. Wenn Sie in diese Richtung planen, schreiben Sie uns — wir sagen Ihnen ehrlich, ob wir etwas Passendes beschaffen können.

Und wenn Pakete kommen?

Keine der bisherigen Bauformen nimmt ein Paket. Dafür gibt es eine eigene: den Paketbriefkasten mit separatem Einwurfschacht. Der ist deutlich größer und schwerer, nimmt dafür aber Sendungen an, wenn niemand zu Hause ist.

Die meisten Modelle sind Kombigeräte mit Paketfach oben und Brieffach unten — Sie ersetzen damit den Briefkasten, statt ein zweites Gerät zu setzen. Worauf es dabei ankommt, steht in Paketkasten: Worauf man vor dem Kauf achten sollte.

Mehrere Parteien im Haus

Bei zwei Wohnungen reichen zwei nebeneinander montierte Kästen oder ein Doppelmodell wie der Standbriefkasten Edelstahl doppelt mit zwei Kästen auf einem Ständer.

Ab drei Parteien wird es eine Briefkastenanlage, und dann kommen andere Anforderungen ins Spiel: einheitliche Beschriftung, gleiche Schließung, oft Vorgaben der Hausverwaltung. Das ist ein eigenes Thema und nichts, was man mit Einzelkästen improvisieren sollte.

Zur Miete

Alle drei Wandlösungen bedeuten Bohrlöcher in der Gebäudehülle, der Mauerdurchwurf sogar einen Eingriff in die Bausubstanz. In einer Mietwohnung brauchen Sie dafür in aller Regel die Zustimmung des Vermieters, am besten schriftlich. Häufig ist es ohnehin Sache des Vermieters, einen Briefkasten bereitzustellen.

Drei Fehler bei der Wahl

  • Nach Optik entscheiden, nicht nach Weg. Der schönste Wandbriefkasten nützt nichts, wenn der Zusteller nicht bis zur Wand kommt.
  • Den Aufwand unterschätzen. „Standbriefkasten" klingt nach Aufstellen. Es ist ein Fundament.
  • American Mailbox mit Schloss verwechseln. Die Bauform hat keins. Wer Wertsendungen erwartet, braucht etwas anderes.

Die kurze Entscheidungshilfe

Zusteller kommt bis zur Tür Wandbriefkasten
Haus steht weit hinten oder Tor ist zu Standbriefkasten
Zaun ist schon da Wandbriefkasten mit Zaunhalterung
Sie bauen ohnehin um Mauerdurchwurf
Sie bekommen oft Pakete Paketbriefkasten

Welche Größe der Kasten dann haben sollte, klärt Welche Briefkastengröße für DIN A4?

Ob das Extrafach für die Zeitung als Fach oder als Rolle sinnvoller ist, klärt Zeitungsfach oder Zeitungsrolle?

Häufige Fragen

Was ist besser: Wandbriefkasten oder Standbriefkasten?

Das entscheidet der Weg des Zustellers, nicht der Geschmack. Kommt er ohnehin bis zur Haustür, ist der Wandbriefkasten einfacher und günstiger. Liegt ein verschlossenes Tor davor oder steht das Haus weit hinten, gehört der Kasten an die Grundstücksgrenze.

Kann man einen Briefkasten am Zaun befestigen?

Ja, mit Schellen oder Flacheisen an zwei Pfosten. Nicht an einzelne Zaunstäbe schrauben — das Feld schwingt bei Wind, und die Befestigung arbeitet sich locker. Ein spezielles Modell brauchen Sie dafür nicht.

Haben American Mailboxes ein Schloss?

Nein, das ist bei der amerikanischen Bauform so. Die gesamte Frontklappe öffnet, es gibt keinen Einwurfschlitz und kein Schloss. Wer abschließen will, braucht einen Wand- oder Standbriefkasten anderer Bauart.

Was kostet ein Briefkasten je nach Bauform?

Wandbriefkästen beginnen bei rund 21 €, Standbriefkästen bei etwa 60 €, Paketbriefkästen bei rund 100 €. Der Aufwand steigt in derselben Reihenfolge: eine halbe Stunde Bohren, ein Nachmittag mit Fundament, oder beides.

Lohnt sich ein Mauerdurchwurf nachträglich?

Selten. Der Eingriff in die Wand ist aufwendig, bei gedämmten Fassaden kommt die Abdichtung hinzu. Sinnvoll ist er vor allem beim Neubau oder wenn ohnehin saniert wird.