Kurz vorweg: Das geschlossene Fach hält die Zeitung auch bei Schlagregen trocken und ist die richtige Wahl an einer ungeschützten Wand. Die offene Rolle ist günstiger und schneller zu bedienen, taugt aber nur unter einem Vordach. Wer keine gedruckte Zeitung bezieht, spart sich beides — und rund 15 € Aufpreis.
Fast jeder Briefkasten wird in zwei Varianten angeboten: mit geschlossenem Zeitungsfach oder mit offener Zeitungsrolle darunter. Der Unterschied klingt nach Geschmack, hat aber praktische Folgen.
Warum überhaupt getrennt?
Eine Tageszeitung ist zu dick für den normalen Einwurfschlitz. Ohne eigenen Platz wird sie gefaltet oder gerollt in den Briefteil gedrückt — und knickt dabei alles, was schon drin liegt. Wer regelmäßig Briefe bekommt und Zeitung bezieht, merkt das schnell.
Der zweite Grund ist Platz: Eine Wochenendausgabe mit Beilagen füllt einen 10-Liter-Briefkasten allein. Danach passt nichts mehr hinein, und der Rest der Post bleibt beim Zusteller oder wird gequetscht.
Das Zeitungsfach
Ein geschlossenes Fach unter dem Briefteil, meist mit eigener Klappe.
Dafür spricht: Die Zeitung liegt geschützt. Auch bei Schlagregen von der Seite bleibt sie trocken. Optisch wirkt der Kasten aufgeräumter, weil nichts heraushängt. Und von der Straße aus sieht niemand, ob seit drei Tagen niemand geleert hat — bei längerer Abwesenheit ein echter Vorteil.
Dagegen spricht: Der Kasten wird größer, schwerer und teurer. Bei manchen Modellen muss der Zusteller die Klappe öffnen — das dauert länger, und nicht jeder macht sich die Mühe. Klappen mit Softclose oder Griffmulde helfen hier mehr als man denkt.
In unserem Sortiment reicht die Spanne vom Anthrazit-Modell mit drei Sichtfenstern für 35,99 € über den Kasten mit Klappdeckel bis zum Modell mit Edelstahlklappe und Softclose.
Die Zeitungsrolle
Ein offenes Rohr unter dem Briefkasten, in das die Zeitung geschoben wird. Der Innendurchmesser liegt meist bei acht bis zehn Zentimetern.
Dafür spricht: Günstiger, leichter, und der Zusteller kann die Zeitung im Vorbeigehen einstecken — das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie überhaupt dort landet. Bei Kästen mit Regenklappe über der Öffnung bleibt sie auch meist trocken.
Dagegen spricht: Bei Wind und Schlagregen wird die Zeitung nass, vor allem an einer ungeschützten Wand ohne Vordach. Sie ist sichtbar — wer eine Woche im Urlaub ist, zeigt das jedem, der vorbeikommt. Und eine dicke Wochenendausgabe passt oft nicht hinein, ohne zerdrückt zu werden.
Ein Modell mit Regenklappe ist der Wandbriefkasten mit Zeitungsrolle für 35,99 €.
Was der Aufpreis wirklich ist
Ein einfacher abschließbarer Wandbriefkasten ohne Zeitungsteil beginnt bei rund 21 €. Modelle mit Fach oder Rolle starten bei etwa 36 €. Der Aufpreis liegt also bei rund 15 € — zwischen Fach und Rolle selbst ist der Unterschied in dieser Preisklasse gering.
Teurer wird es erst bei Ausstattung, die nichts mit der Zeitung zu tun hat: Edelstahl statt beschichtetem Stahl, Softclose, Sichtfenster, Made in Germany.
Wann Sie beides nicht brauchen
Wenn Sie keine gedruckte Zeitung beziehen, sparen Sie sich das. Ein Briefkasten ohne Zeitungsfach ist kompakter, günstiger und passt auch an schmale Wandstücke neben der Haustür — etwa der kompakte Wandbriefkasten für 20,99 €.
Für Werbeprospekte reicht der normale Briefteil. Und wer ohnehin keine will, hängt einen Aufkleber „Keine Werbung" an den Kasten. Der ist nach der Rechtsprechung verbindlich: Wer trotzdem einwirft, kann auf Unterlassung in Anspruch genommen werden. Wichtig ist der Wortlaut — ein einfaches „Keine Werbung" betrifft nur unadressierte Wurfsendungen. Wer auch personalisierte Werbung ausschließen will, muss das ausdrücklich dazuschreiben.
Nachrüsten
Eine Zeitungsrolle lässt sich bei vielen Kästen nachrüsten: Es gibt sie einzeln zum Anschrauben unter den vorhandenen Briefkasten. Zwei Punkte dabei — die Befestigungslöcher müssen passen oder neu gebohrt werden, und in einen Metallkasten bohrt man nur dort, wo man die Beschichtung anschließend versiegelt, sonst rostet es an der Bohrung.
Ein Zeitungsfach lässt sich dagegen praktisch nicht nachrüsten, weil es baulich Teil des Gehäuses ist. Wer es will, braucht einen neuen Kasten.
Kurz gefasst
| Zeitungsfach | ungeschützte Wand, viel Wetter, längere Abwesenheiten, Wert auf Optik |
| Zeitungsrolle | geschützte Lage oder Vordach, kleineres Budget, dünne Tageszeitung |
| Keins von beidem | keine gedruckte Zeitung, wenig Wandfläche |
Modelle mit Fach und mit Rolle finden Sie bei den Wandbriefkästen. Welche Größe zu Ihrer Post passt, steht in Welche Briefkastengröße für DIN A4?, und warum ein sichtbar voller Kasten auch ein Sicherheitsthema ist, in Post aus dem Briefkasten geangelt.
Häufige Fragen
Braucht man ein Zeitungsfach am Briefkasten?
Nur, wenn Sie eine gedruckte Zeitung beziehen. Ohne eigenen Platz wird sie gefaltet in den Briefteil gedrückt und knickt die übrige Post; eine Wochenendausgabe füllt einen 10-Liter-Kasten allein. Wer keine Zeitung bekommt, fährt mit einem kompakteren Modell besser.
Wird die Zeitung in einer Zeitungsrolle nass?
An einer geschützten Wand oder unter einem Vordach in der Regel nicht, besonders bei Modellen mit Regenklappe über der Öffnung. An einer freien Wetterseite mit Schlagregen von der Seite dagegen schon — dort ist ein geschlossenes Fach die sichere Wahl.
Was kostet ein Briefkasten mit Zeitungsfach mehr?
Rund 15 €. Einfache abschließbare Wandbriefkästen ohne Zeitungsteil beginnen bei etwa 21 €, Modelle mit Fach oder Rolle bei rund 36 €. Zwischen Fach und Rolle selbst ist der Preisunterschied in dieser Klasse gering.
Kann man eine Zeitungsrolle nachrüsten?
Ja, es gibt sie einzeln zum Anschrauben unter einen vorhandenen Briefkasten. Die Befestigungslöcher müssen passen oder neu gebohrt werden — versiegeln Sie die Bohrung anschließend, sonst rostet der Kasten an dieser Stelle. Ein Zeitungsfach lässt sich dagegen nicht nachrüsten, weil es Teil des Gehäuses ist.
Ist der Aufkleber „Keine Werbung" verbindlich?
Ja, nach der Rechtsprechung schon — wer trotzdem einwirft, kann auf Unterlassung in Anspruch genommen werden. Ein einfaches „Keine Werbung" betrifft allerdings nur unadressierte Wurfsendungen. Wer auch personalisierte Werbung ausschließen möchte, muss das ausdrücklich dazuschreiben.