Kurz vorweg: Asche, Scheibe, Ofenrohr und Dichtungen machen Sie selbst. Die Kehrung des Schornsteins und die Feuerstättenschau bleiben beim bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger — das ist keine Frage der Bequemlichkeit, sondern gesetzlich geregelt. Das Ofenrohr wird einmal im Jahr vor der Heizsaison gebürstet, bei kaltem Ofen.
Ein Kaminofen ist wartungsarm, aber nicht wartungsfrei. Der größte Teil der Arbeit kostet zwanzig Minuten im Jahr — und wer sie sich spart, heizt schlechter und teurer.
Wer macht was?
| Asche ausräumen | Sie selbst |
| Scheibe reinigen | Sie selbst |
| Ofenrohr entrußen | Sie selbst |
| Dichtungen prüfen und wechseln | Sie selbst |
| Brennraumsteine tauschen | Sie selbst, Ersatzteile beim Hersteller |
| Schornstein kehren | Bezirksschornsteinfeger |
| Feuerstättenschau, Abgasmessung | Bezirksschornsteinfeger |
Asche ausräumen
Nicht komplett: Eine dünne Ascheschicht auf dem Boden schützt die Feuerraumauskleidung und hilft beim Anfeuern, weil sie Wärme hält. Ausgeräumt wird, wenn der Rost bedeckt ist oder die Luftzufuhr von unten behindert wird.
Nur kalte Asche — und selbst dann glimmt es oft noch. Glutnester halten sich unter feiner Asche ein bis zwei Tage. Die Asche gehört in einen Metalleimer mit Deckel auf nicht brennbaren Untergrund, danach in den Restmüll. Warum nicht in die Biotonne und nicht ins Beet, steht in Kaminasche entsorgen.
Die Scheibe reinigen
Der billigste und beste Trick braucht kein Mittel: ein feuchtes Küchentuch in kalte Holzasche tunken und damit über das Glas reiben, danach mit klarem Wasser nachwischen. Asche ist ein mildes Schleifmittel und löst Ruß besser als die meisten Reiniger.
Wenn die Scheibe nach zwei Abenden wieder schwarz ist, liegt es nicht am Putzmittel, sondern an der Verbrennung. Die Ursachen stehen in Warum rußt meine Kaminscheibe?
Das Ofenrohr entrußen
Gemeint ist das Rohr zwischen Ofen und Schornsteinanschluss. Dort setzt sich Ruß ab, der den Querschnitt verengt und damit den Zug verschlechtert. Einmal im Jahr vor der Heizsaison genügt bei normaler Nutzung.
Der Ablauf:
- Ofen ganz kalt werden lassen, am besten einen Tag vorher das letzte Feuer.
- Unterlage auslegen — Ruß ist feiner Staub und geht überall hin. Alte Bettlaken sind besser als Zeitung.
- Reinigungsöffnung öffnen. Die meisten Rohre haben eine kleine Klappe; sonst wird das Rohr am Ofenstutzen abgenommen.
- Durchbürsten, mehrfach hin und her, mit einem Eimer oder Tuch darunter.
- Ruß auffangen und in den Restmüll geben, nicht in die Biotonne.
- Rohr wieder aufstecken und auf festen Sitz prüfen — die Steckverbindung muss dicht sein.
Zur Bürstenwahl: Der Bürstendurchmesser richtet sich nach dem Innendurchmesser des Rohres, üblich sind 120, 130, 150 und 180 mm. Im Zweifel eine Nummer größer nehmen — die Borsten geben nach. Beim Material gilt: Stahlborsten für gemauerte Züge, Kunststoffborsten für Edelstahl- und emaillierte Rohre. Stahl hinterlässt dort Kratzer, in denen sich der Ruß danach schneller festsetzt.
Passende Bürsten haben wir da: die Ofenrohrbürste 40 mm mit Stahlborsten für gemauerte Züge und den Schornsteinbesen mit Kunststoffborsten für Edelstahl- und emaillierte Rohre.
Flugruß und Glanzruß
Nicht jeder Belag ist gleich. Der Unterschied entscheidet darüber, ob Sie selbst weiterkommen oder telefonieren sollten.
Flugruß ist locker, pulvrig und schwarz. Er lässt sich abbürsten und ist normal.
Glanzruß ist hart, glänzend und teerartig. Er entsteht bei Schwelbränden mit feuchtem Holz oder gedrosselter Luft, sitzt fest und lässt sich nicht wegbürsten. Er ist der Belag, der bei einem Schornsteinbrand mit über 1000 Grad brennt. Wenn Sie so etwas finden, ist das ein Fall für den Schornsteinfeger — und ein Hinweis, dass an der Verbrennung etwas grundsätzlich nicht stimmt. Die passende Einstellung steht in Primär-, Sekundär- und Tertiärluft.
Dichtungen und Verschleißteile
Die Dichtschnur an Tür und Aschekasten härtet über die Jahre aus. Eine undichte Tür zieht Falschluft, das Holz brennt zu schnell ab und der Wirkungsgrad sinkt. Wie Sie das mit einem Blatt Papier prüfen, steht in der Checkliste zur Kaminsaison. Ersatzschnur gibt es meterweise, dazu hitzefesten Kleber.
Ebenfalls Verschleißteile sind die Brennraumsteine aus Schamotte oder Vermiculite. Feine Haarrisse sind normal und harmlos. Erst wenn ein Stein bricht, sich verschiebt oder das Blech dahinter frei liegt, gehört er getauscht. Ersatz bekommen Sie über die Typenbezeichnung auf dem Typenschild.
Was beim Schornsteinfeger bleibt
Das Kehren des Schornsteins und die Feuerstättenschau sind hoheitliche Aufgaben des bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegers. Wie oft gekehrt wird, hängt von Brennstoff und Nutzung ab und steht verbindlich in Ihrem Feuerstättenbescheid — bei einem regelmäßig genutzten Kaminofen sind es meist zwei bis drei Kehrungen im Jahr. Die Feuerstättenschau selbst findet zweimal innerhalb von sieben Jahren statt.
Das ist kein Posten, den man sich sparen kann. Ohne die Termine gibt es Ärger mit der Behörde, und im Schadensfall auch mit der Gebäudeversicherung.
Im Zweifel fragen. Ihr Bezirksschornsteinfeger sagt Ihnen bei der nächsten Kehrung, was Sie bei Ihrer Anlage selbst machen dürfen — die Regeln unterscheiden sich je nach Bauart und Bundesland.
Der Jahresrhythmus
| Nach jedem Heizen | Asche prüfen, Scheibe bei Bedarf |
| Monatlich in der Heizsaison | Asche ausräumen, Rost freimachen |
| Jährlich vor der Saison | Ofenrohr bürsten, Dichtungen prüfen, Steine ansehen |
| Nach Feuerstättenbescheid | Kehrung durch den Schornsteinfeger |
| Zweimal in sieben Jahren | Feuerstättenschau |
Was Sie dafür brauchen
Für die Asche eine Schaufel, die lang genug ist, um nicht in den Ofen greifen zu müssen: die flache Ascheschaufel mit 49 cm für 11,99 € oder die verlängerbare mit Hohlstiel. Besen und Schaufel zusammen gibt es im 81-cm-Set, weiteres unter Schaufeln und Reinigung.
Kurz zusammengefasst
- Asche nur kalt, in einen Metalleimer, dann in den Restmüll.
- Scheibe mit kalter Asche putzen — kostenlos und wirksam.
- Ofenrohr einmal im Jahr vor der Saison bürsten, Kunststoffborsten bei Edelstahl.
- Glanzruß ist ein Warnzeichen, kein Reinigungsproblem.
- Kehrung und Feuerstättenschau bleiben beim Bezirksschornsteinfeger.
Häufige Fragen
Wie oft muss das Ofenrohr gereinigt werden?
Bei normaler Nutzung einmal im Jahr, am besten vor Beginn der Heizsaison. Wer sehr viel heizt oder häufiger mit gedrosselter Luft fährt, sollte zusätzlich in der Mitte der Saison nachsehen.
Welchen Bürstendurchmesser braucht man für das Ofenrohr?
Denselben wie der Innendurchmesser des Rohres — üblich sind 120, 130, 150 und 180 mm. Im Zweifel eine Nummer größer, weil die Borsten nachgeben. Für Edelstahl- und emaillierte Rohre Kunststoffborsten verwenden, Stahl hinterlässt dort Kratzer.
Darf man den Schornstein selbst kehren?
Nein. Die Kehrung und die Feuerstättenschau sind hoheitliche Aufgaben des bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegers. Das Ofenrohr zwischen Ofen und Schornstein dürfen Sie dagegen selbst reinigen.
Was ist Glanzruß und warum ist er gefährlich?
Ein harter, glänzender Teerbelag, der bei Schwelbränden mit feuchtem Holz oder zu wenig Luft entsteht. Er lässt sich nicht abbürsten und brennt bei einem Schornsteinbrand mit über 1000 Grad. Wer ihn findet, sollte den Schornsteinfeger informieren und die Verbrennung überprüfen.
Wann muss man die Brennraumsteine wechseln?
Feine Haarrisse in Schamotte oder Vermiculite sind normal und kein Grund zum Tausch. Ersetzt wird erst, wenn ein Stein durchgebrochen ist, sich verschoben hat oder das Blech dahinter frei liegt. Ersatzteile gibt es über die Typenbezeichnung auf dem Typenschild.