Kaminsaison vorbereiten: Checkliste vor dem ersten Feuer

Vierteiliges Kaminbesteck mit Ständer vor dem Kaminofen

Kurz vorweg: Planen Sie eine halbe Stunde ein, am besten im September statt am ersten kalten Abend. Geprüft werden Dichtungen, Schamotte, Rost, Ofenrohr und Holzfeuchte. Der Schornsteinfeger kommt zusätzlich — Feuerstättenschau und Kehrung sind seine Sache, nicht Ihre.

Der erste kalte Abend im Herbst kommt immer überraschend. Wer den Ofen dann anwirft, ohne hingesehen zu haben, ärgert sich mitunter über Rauch im Zimmer oder eine Scheibe, die sofort schwarz wird. Ein Rundgang vorher dauert eine halbe Stunde.

Wann anfangen

September ist der richtige Monat. Zwei Gründe: Was ersetzt werden muss — Dichtschnur, Schamottestein, Roststab — ist dann noch lieferbar. Und wenn Sie feststellen, dass das Holz zu feucht ist, bleibt noch Zeit, trockenes zu besorgen, bevor die Preise im Oktober anziehen.

Was Sie dafür brauchen

  • Taschenlampe
  • Ein Blatt Papier für den Dichtungstest
  • Holzfeuchtemessgerät, falls vorhanden
  • Ofenrohrbürste, wenn Sie das Rohr selbst reinigen
  • Handschuhe und einen Eimer für die Asche

Am Ofen selbst

  • Dichtungen prüfen. Ein Blatt Papier in die geschlossene Tür klemmen. Lässt es sich herausziehen, ohne zu reißen, ist die Dichtschnur ausgehärtet und sollte getauscht werden. Der gleiche Test gilt für die Aschekastentür.
  • Schamotte ansehen. Haarrisse sind normal. Abgeplatzte Stücke oder Spalten, durch die man das Stahlgehäuse sieht, gehören ersetzt.
  • Aschekasten leeren. Über den Sommer zieht Asche Feuchtigkeit und wird zu einer harten Kruste. Zur Entsorgung siehe den Beitrag über Kaminasche.
  • Rost prüfen. Verzogene oder gerissene Roststäbe lassen sich meist einzeln nachkaufen.
  • Scheibe putzen. Am einfachsten mit einem feuchten Tuch und etwas kalter Holzasche. Warum sie überhaupt rußt, steht in Warum rußt meine Kaminscheibe?
  • Türscharniere und Griff. Ein Tropfen hitzefestes Fett verhindert Quietschen und Verschleiß.

Am Rohr und im Raum

  • Ofenrohr auf Ruß prüfen. Wo sich mehr als ein paar Millimeter abgesetzt haben, gehört das Rohr abgenommen und ausgebürstet. Dafür gibt es Ofenrohrbürsten mit Stahlborsten, die auch in Bögen kommen.
  • Zuluft nicht vergessen. Moderne Fenster sind dicht. Wenn der Ofen schlecht zieht, fehlt oft schlicht Luft im Raum.
  • Rauchmelder testen, Batterien tauschen. Ein CO-Melder in der Nähe des Ofens kostet wenig und warnt vor dem, was man nicht riecht.
  • Abstand zu Brennbarem prüfen. Über den Sommer wandern Möbel, Körbe und Deko näher an den Ofen, als sie sollten. Die Mindestabstände stehen im Typenschild oder der Anleitung.

Beim Holz

Der Vorrat vom letzten Jahr sollte inzwischen unter 20 Prozent Restfeuchte liegen. Ein Messgerät klärt das in Sekunden: frische Schnittfläche anlegen, nicht die vergraute Außenseite.

Ohne Messgerät helfen zwei Hinweise. Trockenes Holz ist deutlich leichter als frisches und klingt beim Aneinanderschlagen hell statt dumpf. Und es hat Risse an den Stirnseiten.

Frisch gelieferte Scheite brauchen noch Zeit — wie lange, steht im Beitrag über Kaminholz draußen lagern. Wer den Vorrat für den Winter nach drinnen holt, findet in Kaminholzregal drinnen oder draußen die passenden Größen.

Der Punkt, der nicht Ihnen gehört

Die Feuerstättenschau und die regelmäßige Kehrung sind Sache des bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegers. Die Termine werden angekündigt; wer sie verstreichen lässt, riskiert eine Ersatzvornahme auf eigene Kosten.

Wer den Ofen neu aufgestellt hat, braucht ohnehin die Abnahme, bevor das erste Feuer brennt. Und für ältere Öfen gelten Grenzwerte der 1. BImSchV — welche Fristen für Ihr Baujahr gelten, sagt Ihnen der Schornsteinfeger beim Termin.

Was griffbereit sein sollte

Nichts davon ist Pflicht, aber es macht den Unterschied zwischen einem entspannten Abend und Herumsuchen:

Kaminbesteck 4-teilig Schürhaken, Schaufel, Besen mit Ständer — 44,99 €
Holzkorb Edelstahl für den Tagesvorrat neben dem Ofen — 17,99 €
Ascheschaufel 49 cm lang genug, um nicht in die Glut zu fassen — 11,99 €
Kaminstreichhölzer 10 cm 275 Stück, reicht mehrere Saisons — 12,99 €

Und ein Vorrat Anzünder. Welche sich lohnen und was ein Anzündvorgang wirklich kostet, steht in Kaminanzünder im Vergleich.

Und beim ersten Anzünden

Der erste Abbrand nach dem Sommer riecht. Staub auf dem Gehäuse verbrennt, bei neuen Öfen härtet zusätzlich der Lack aus. Einmal kräftig lüften, dann ist es vorbei.

Zünden Sie von oben an — das gibt weniger Rauch und weniger Ruß auf der Scheibe. Wie das geht, steht in Kamin anzünden: von oben statt von unten.

Die Checkliste zum Abhaken

  • Dichtungen mit dem Papiertest geprüft
  • Schamotte auf Abplatzungen kontrolliert
  • Aschekasten geleert, Rost geprüft
  • Scheibe geputzt, Scharniere gefettet
  • Ofenrohr auf Ruß gesehen
  • Rauch- und CO-Melder getestet
  • Abstand zu Brennbarem geprüft
  • Holzfeuchte gemessen, unter 20 Prozent
  • Anzünder, Besteck und Korb griffbereit

Zum Nachlegen gehört Zubehör, das die Hitze aushält: Worauf es bei Ofenhandschuhen ankommt und ob sich für den Weg zum Ofen ein Holzkorb oder eine Tragetasche besser eignet, steht in den jeweiligen Beiträgen.

Häufige Fragen

Wann sollte man den Kamin für die Saison vorbereiten?

Im September. Dann sind Ersatzteile wie Dichtschnur, Schamottesteine und Roststäbe noch gut lieferbar, und es bleibt Zeit, trockenes Holz zu beschaffen, bevor die Preise im Oktober anziehen.

Wie prüfe ich die Ofendichtung?

Ein Blatt Papier in die geschlossene Tür klemmen und herausziehen. Geht es leicht und ohne zu reißen heraus, ist die Dichtschnur ausgehärtet und sollte getauscht werden. Derselbe Test gilt für die Aschekastentür.

Wie feucht darf Kaminholz sein?

Unter 20 Prozent Restfeuchte. Messen Sie an einer frischen Schnittfläche, nicht an der vergrauten Außenseite. Ohne Messgerät: Trockenes Holz ist deutlich leichter, klingt beim Aneinanderschlagen hell und hat Risse an den Stirnseiten.

Muss ich das Ofenrohr selbst reinigen?

Die Kehrung des Schornsteins ist Sache des Bezirksschornsteinfegers. Das Verbindungsstück zwischen Ofen und Schornstein können Sie selbst abnehmen und ausbürsten, wenn sich mehr als wenige Millimeter Ruß abgesetzt haben.

Warum riecht der Ofen beim ersten Feuer?

Über den Sommer setzt sich Staub auf dem Gehäuse ab, der beim ersten Abbrand verbrennt. Bei neuen Öfen härtet zusätzlich der Lack aus. Einmal kräftig lüften, danach ist es vorbei.